Mit „Gaststar“ Sebastian Wehrfritz -

Starke Darbietung des Kammerorchesters

 

 

 


 
Mit Sebastian Wehrfritz konnte das Zweibrücker Ensemble einen Sohn der Stadt engagieren. Zur Belohnung gab es am Ende Standing Ovations der rund 150 Konzertbesucher.

 

 

Dass man auch mit Amateurmusikern klassische Musik auf hohem Niveau anbieten kann, zeigte einmal mehr das Zweibrücker Kammerorchester. Dessen Leiter Walther Theisohn hatte für ein Konzert in der Karlskirche mit dem Profimusiker Sebastian Wehrfritz einen Sohn der Stadt engagieren können. Der 1989 hier geborene Musiker spielt gleichermaßen Geige und Klavier auf höchstem Niveau. Schon als 16-Jähriger studierte er an der Saarbrücker Musikhochschule, seit einiger Zeit lebt er als Musiklehrer bei St. Gallen in der Schweiz.

„Ich habe mich direkt nach dem Studium bei der Kantonsschule beworben und die Stelle bekommen“, erzählte Wehrfritz am Rande des Konzerts. Da er hauptsächlich Klavierunterricht gibt, sei ihm dieses Instrument derzeit etwas näher. Aber die Geige spiele er natürlich auch noch sehr gerne.

Das war spürbar beim Kammerkonzert, das mit zwei Beethoven-Romanzen für Violine und Orchester begann. Überhaupt, Beethoven – den hatte Theisohn als Ausblick aufs nächste Jahr ins Programm genommen, dann wird der 250. Geburtstag des großen Komponisten gefeiert. Im kommenden Jahr werde man dann eher keinen Beethoven spielen, meinte der Dirigent, zu diesem Zeitpunkt werde man wohl schon genug Beethoven gehört haben.


Auch das dritte Stück des Konzerts hatte einen Bezug zu Beethoven, allerdings einen außergewöhnlichen. Die Sinfonie C-Dur von Friedrich Witt, auch Jenaer Sinfonie genannt, wurde nach ihrer Entdeckung in einem Archiv ursprünglich Beethoven zugeordnet und lange unter dessen Namen aufgeführt. Erst 1968 wurde eine zweite Handschrift davon gefunden, dieses Mal signiert von Friedrich Witt. Obwohl die Sinfonie hohe musikalische Qualität besitzt, sonst hätte man sie kaum Beethoven zugeordnet, wird sie seit der Änderung ihrer Autorenschaft seltener gespielt – was tief blicken lässt ins Denken mancher Repertoire-Zusammensteller. Umso lobenswerter, dass Theisohn in diesem Fall nicht allein auf den Namen geachtet hatte. Das Kammerorchester spielte beschwingt durch die insgesamt heitere Sinfonie.

Nach der Pause wechselte Wehrfritz dann an den Flügel. Das Klavierkonzert Nr. 4, op. 58 von Ludwig van Beethoven gehört zu Theisohns Lieblingsstücken. Das Klavier ist dabei gar nicht so weit im Vordergrund wie bei anderen Klavierkonzerten, sondern befindet sich im ständigen Dialog mit dem Orchester. Mit Wehrfritz zusammen hatte das Kammerorchester nur zweimal proben können. Ansonsten mussten sich die Musiker bei den Proben den Solopart eben dazu denken – oder die moderne Technik nutzen.

„Man kann zuhause auch ein Tablet auf den Notenständer legen, das den Dirigenten zeigt, und dazu mitspielen – das hat unschätzbare Vorteile im Vergleich zu früher“, sagte Theisohn. Es sei trotzdem ein „ganz schöner Brocken“ gewesen, dieses Programm einzustudieren. Erst Anfang September habe man damit angefangen.

Ohne die Unterstützung des Lions Clubs und der Welter-Stiftung sei das Konzert nicht durchführbar gewesen, stellte Theisohn klar. Für die Aufführung wurde das Kammerorchester punktuell mit Freunden und Bekannten verstärkt. Theisohn legt Wert darauf, dass er keine Profis „einkaufen“ müsse für die Aufführungen seines Orchesters. Auffüllen konnte er auch mit Schülern der städtischen Herzog-Christian-Musikschule, deren Leiter er ist. Allerdings beklagte er, dass viele junge Leute nicht dazu bereit seien, einen Abend in der Woche dem Orchester zu widmen. Zuverlässiger Nachwuchs ist also willkommen beim Zweibrücker Kammerorchester. Das Konzert war im Übrigen eine gute Werbung dafür, gab es doch am Ende Standing Ovations der 150 Zuhörer für eine ganz starke Darbietung.

Sebastian Dingler im "Pfälzischen Merkur" vom 26.11.2019

 

Das Zweibrücker Wunderkind ist heimgekehrt

 

Geiger und Pianist Sebastian Wehrfritz (30) spielt mit dem Kammerorchester Zweibrücken in der vollbesetzen Karlskirche Beethoven

Das Zweibrücker Kammerorchester bewies am Sonntag bei seinem Jahreskonzert in der Karlskirche, dass Klassik niemals sterben wird. Die Instrumentalisten entführen die rund 220 Zuhörer in das Reich Beethovens – mit einer Ausnahme. Solist Sebastian Wehrfritz sorgt für großartige Momente. An der Violine ist er sehr gut, am Flügel ein außergewöhnliches Talent.

 

 

„Das ist ja fast alles Beethoven“, meint eine Zuhörerin mit Blick auf das Programm verwundert zu ihrer Freundin. Doch ihre Verwunderung dürfte sich schnell legen, beziehungsweise in Begeisterung umschlagen. Ja, es sind fast alles nur Werke vom Wunderkind – aus gutem Grund. Die Vielseitigkeit seiner Stücke macht sich das Kammerorchester zunutze und bietet ein vor Virtuosität strotzendes Konzert.

„Das Konzert wirft seinen Schatten auf 2020 voraus“, erzählt Walther Theisohn, seit Sommer 2018 neuer Dirigent des Kammerorchesters. „2020 ist ein großes Beethoven-Jubiläum.“ Er spricht vom 250. Geburtstag des Komponisten.

Einstieg mit Romanze

Und so ist Beethovens Romanze für Violine und Orchester in G-Dur, op. 40, ein passender Einstieg in das Konzert, das die Zuhörer in der voll besetzten Karlskirche über zwei Stunden gut unterhalten wird. Geigensolist Sebastian Wehrfritz, ein „Kind unserer Stadt“, so Theisohn, schafft Momente voller Emotion und Klangvielfalt.

Nach jedem Solo-Einsatz des jetzt in der Schweiz lebenden Zweibrücker Ausnahmekünstlers wartet man immer schon sehnsüchtig auf den nächsten. Fließend und zart, emotionsgeladen und dramatisch ist sein Spiel. Auffallend sind seine Triller und Tremoli. Da lässt er den Ton zittern, also den Hauptton der Partitur im schnellen Wechsel mit dem Nebenton darüber.

Dramatisches Finale

Wunderbar ausgeformt, geschwungen oder stürmisch sind seine Einsätze bei der zweiten Beethoven-Romanze in F-Dur, op. 50. Diese Rasanz wird unterstützt vom Kammerorchester, das zeitlich exakt zum Solo-Spiel von Sebastian Wehrfritz stößt. Beim dramatischen Finale formieren sich die Streicher zu einem heftigen, sich aufbäumenden Klang. Weil Liebe auch wild und zornig sein kann.

Die Bandbreite der Beethoven-Werke, die das Kammerorchester zu Gehör bringt, ist extrem groß. Die zeitlose Eleganz und der wandelbare Stil in der Klassik – das bringt Walther Theisohn mit dem Kammerorchester hervorragend rüber. Zeitlos ist auch das Orchester selbst: Sowohl Kinder als auch Senioren spielen mit. „Der Älteste ist 83“, verrät Walther Theisohn.

Witt statt Beethoven

Die „Jenaer-Sinfonie“ in C-Dur hebt sich wegen ihrer intensiven, intervallartigen Höhepunkte von den übrigen Stücken ab. Der ungestüme Charakter verleiht ihr einen gewissen Charme. Sogar humoristisch-tänzerische Elemente finden sich im dritten Satz, dem „Menuetto maestoso“. „Ursprünglich wurde das Stück Beethoven zugeschrieben, aber es ist von Friedrich Witt“, erklärt Walther Theisohn. Da ist es gut, denkt man am Ende, dass die Partitur überhaupt gefunden wurde.

Sebastian Wehrfritz legt mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 4, op. 58, noch mal einen drauf. Beim krönenden Abschluss des Konzerts, diesmal am Flügel, kann man nur über die durchweg hohe Qualität seines Spiels staunen. Bei dem aus vier Sätzen bestehenden Stück spielt er, als gäbe es kein Morgen mehr. Ob in schnellen Wirbeln, wenn sich seine Finger in rasender Geschwindigkeit Oktave für Oktave höher bewegen, oder in ekstatisch anmutenden Klängen. Die verwachsen scheinbar beiläufig mit dem Kammerorchester, sodass eine perfekte Einheit entsteht. Es finden sich so viele feine Nuancen im Spiel des aus Zweibrücken stammenden Talents, dass es einen am Ende atemlos zurücklässt.

„Bravo“-Rufe und langer Applaus bekunden die hohe Qualität des Konzerts. Eine Zugabe gibt es leider nicht, auch wenn man sie sich nach diesem Konzert gewünscht hätte.

Patrick Göbel in der "Rheinpfalz" vom 26.11.2019

Walther Theisohn, Oboist, Leiter der Herzog-Christian-Musikschule, übernimmt die Leitung des Zweibrücker Kammerorchesters. ( Foto: Moschel)
Walther Theisohn, Oboist, Leiter der Herzog-Christian-Musikschule, übernimmt die Leitung des Zweibrücker Kammerorchesters. ( Foto: Moschel)

„Die Brücke bin ich!“

 

Interview: Walther Theisohn, neuer Leiter des Zweibrücker Kammerorchesters, will jung und alt verbinden – Konzert am 25. November

 

Mit dem Konzert am 27. Mai verabschiedete sich Bernd Wilms als Leiter und Dirigent des Zweibrücker Kammerorchesters. Ein Nachfolger fand sich schnell: Walther Theisohn (49), Oboist, Leiter der städtischen Herzog-Christian-Musikschule und Vorsitzender der Mozartgesellschaft, übernahm das Orchester. Sein erstes Konzert mit dem Orchester betitelte er „Le Début“. Doch er ist dabei nicht der einzige Debütant, wie er im Gespräch verriet.

 

Hat man Ihnen angeboten, das Orchester zu übernehmen?

 

Ja. Dieter Conzelmann, der Vorsitzende, hat mich gefragt. Im Sommer.

 

 

 

Was war Ihre erste Reaktion?

 

Ja, mache ich.

 

 

 

Spontan?

 

Ja, weil ich mich gefreut habe. An der Musikschule haben wir auch ein Streichorchester, das Ensemble Vielsaitig. Wenn man Nachwuchs haben will, muss man eine Brücke schlagen. Die Brücke bin ich: von den Schülern der Musikschule zum Kammerorchester. Man sieht landauf, landab, wenn das andere Ensemble fremd ist, gibt es eine Hemmschwelle, über die die Kinder nicht gehen wollen. Es freut mich, dass im ersten Konzert einige mitspielen – nicht unbedingt aus der Musikschule, aber aus dem Dunstkreis Musikschule und der Stadtkapelle.

 

 

 

Wie viele?

 

Ich glaube neun. Das ist passabel. Nächstes Jahr haben wir 40 Jahre Musikschule. Dann gibt es am 23. Juni im Rosengarten ein Konzert. Dann will ich ein großes Streichorchester in Kooperation mit dem Kammerorchester auf die Bühne bringen. Das kriegen wir gewuppt! Wir haben auch viele Geigenschüler, die im Zweibrücker Kammerorchester mitspielen können. Dazu braucht man einen gewissen Spielstand, das ist etwas für die Älteren, ab 14, 15, 16 Jahre.

 

 

 

Dann sind Sie gar nicht der einzige Debütant bei dem Konzert …

 

Ja, es gibt ein paar mehr. Alles dreht sich ums Debüt. Auch die Werke haben mit Beginn zu tun: die Ouvertüre von Beethoven. Ein Frühwerk von Haydn, die Sinfonie Nr. 10, er hat 104 geschrieben. Das Stück von Jenkins hat seinen Weltruhm begründet, weil es als Jingle im Fernsehen lief in den 80er Jahren, bei Diamantenwerbung. Dafür wurde das Thema geschrieben, und es hat dann trotzdem den Einzug gehalten in den Konzertsaal. Das kenne ich sonst nicht. Das Mozart-Werk passt da nicht so ganz in die Reihe, aber das Motiv hat etwas Aufforderndes, den Beginn forcierendes.

 

 

 

Sie haben das Programm in kurzer Zeit zusammengestellt?

 

Ja, es war nicht so einfach, weil die Zeit knapp war. Kurz nach dem letzten Konzert des Kammerorchester kam Dieter Conzelmann auf mich zu. Dann haben wir verhandelt, wie es funktionieren kann. Das Kammerorchester ist umgezogen, was den Proberaum angeht. Es probt jetzt in der Musikschule. Das ist von der Schlüsselhandhabe einfacher. Und für mich ist es einfacher, wenn ich hier im Haus bin und für die Schüler etwas arrangieren muss und Noten brauche. Dann gehe ich in den Proberaum und hole die Noten aus dem Notenschrank. In der letzten Ferienwoche haben wir den Umzug gemanagt.

 

 

 

Haben Sie noch etwas geändert?

 

Die Probenzeit. Normalerweise probt das Orchester freitagabends. Ich habe die Probe auf Dienstag, 20 bis 22 Uhr, gelegt. Das ist mir lieber, weil ich freitags manchmal selbst musikalisch unterwegs bin. Freitags treffen sich dann einige Kumpane zum Schwarzfiedeln. Das finde ich lustig. Das machen sie dann ohne Dirigenten, aus Spaß an der Freud. Nach den Ferien haben wir mit den Proben angefangen, aber dann kam noch etwas dazu. Die Großbundenbacher mit ihrem Walnussfest. Dort spielte bisher immer das Collegium Musicum. Doch das hat sich quasi aufgelöst. So sind die Großbundenbacher ans Kammerorchester herangetreten. Da mussten wir ein kleines Programm zusammenstellen fürs Walnussfest. Das haben wir auch gespielt. Danach war die Zeit fürs Konzert schon recht knapp, so dass wir viele Sonderproben gemacht haben. Der Freitag war dann doch oft bestückt mit Proben meinerseits. Aber wir haben es hingekriegt. Und ich freue mich aufs Konzert.

 

 

 

Wo ist das Kammerorchester noch unterbesetzt?

 

Bratschen könnte noch gebrauchen, Kontrabässe auch. Geigen sowieso. Eigentlich alles. Die Bläser holen wir uns gelegentlich, wenn wir sie brauchen. Aber wir proben bei dem Mozartstück auch mit Bläsern. Es wäre allerdings gut, wenn sich einige Bläser finden, die auch schon dienstagabends mehr oder weniger regelmäßig in die Proben kommen. Erzwingen kann man nichts, ich kann aber Anreize geben. Es lässt sich gut an.

 

 

 

Haben Sie früher nicht als Bläser schon im Kammerorchester mitgespielt?

 

Ja, immer schon. Das Kammerorchester war praktisch meine musikalische Wurzel! In den 80er Jahren habe ich meine ersten Erfahrungen im Orchester, damals noch unter dem Dirigenten Friedemann Köhler, gemacht. Dann habe ich die ganze Zeit als fest Oboist dort gespielt. Immer wieder. Wenn Sie alte Fotos anschauen, sehen Sie mich. Von vorne. Jetzt werden die Leute mehr mit meinem Rücken zu tun haben als mit meinem Antlitz.

 

 

 

Sie könnten eine Karikatur hinten auf die Dirigentenjacke malen ...

 

(lacht). In der Tat gab es mal ein Konzert, bei dem ein schecklicher Geiger gespielt hat. Da habe ich eine Karikatur gemacht – und nichts lief mehr, weil die ganze Bläsertruppe sich schief gelacht hat.

 

 

 

Wie geht es weiter?

 

Es soll ja keinen Bruch geben nach der Ära Wilms. Natürlich gab es ein paar Umbesetzungen im Orchester. Weil der Mann, der vorne steht, immer andere fragt, ob sie mitspielen. Und jetzt steht ein anderer Mann da, also sind auch neue Leute da. Vor allem ist es mir wichtig, dass auch junge Leute auf die Posten kommen. Der beste Fall ist, wenn sich Alt und Jung die Posten teilen. Also: Die Älteren lassen sie die Jüngeren mal vor, und die Jungen nehmen das an, was die Älteren ihnen an Ratschlägen mitgeben. | Interview: Andrea Dittgen

Bericht aus der "Rheinpfalz" vom 14. November 2018

 

 

Bericht aus der "Rheinpfalz" vom 29. Mai 2018
Bericht aus der "Rheinpfalz" vom 29. Mai 2018

Kammerorchester Zweibrücken

Musik voller Empfindsamkeit und Tiefe

 

Das Kammerorchester begeisterte das Publikum beim Konzert in der Alexanderskirche. FOTO: Picasa / Margarete Lehmann

 


Zweibrücken. Das Zweibrücker Kammerorchester spannt in der Alexanderskirche einen weiten Bogen von Bach bis Wilms. Von Peter Fromann

Wohl gut 350 Musikfreunde waren in die Zweibrücker Alexanderskirche gekommen, um dem Kammerkonzert zu lauschen, das neben Bach und Händel die Komponisten Graun, Mozart und Bernd Wilms als Juniorkomponisten stellte. Vorweg gab es Bachs Air zu hören.

„In Charakter und Tiefe ein singulärer Moment, gehört sie zu den bekanntesten Einzelsätzen der klassischen Musik,“ sagte Wilms.

Aus leisester Tiefe steigt sie schwerelos auf und enthebt die Hörer aller Schwere, überzeugender geht’s nicht. Das kriegt das Orchester ordentlich hin. Die Hörer sind nun sensibilisiert.


Zum Abschluss die Feuerwerksmusik von Händel, den Frieden zu Aachen in Goethes Geburtsjahr zu ehren. Zuerst nur mit Blasinstrumenten, Pauken und Trommeln. Niemand kann sich der Euphorie hier entziehen, die das Werk ausstrahlt. Das Orchester stimmt mit Mozarts kleiner G-Gur Sinfonie und ihrem Andante Gracioso auf träumerische Vergangenheit an. Eine Grundstimmung, die im folgenden Concertino von Wilms entfernt und doch auch wieder nah auftaucht. Der Komponist Bernd Wilms charakterisiert sein Werk selbst als Erinnerung an adriatische Hitze und Tüftelarbeit in hohen Bergen. Die Uraufführung dirigierte Wilms selbst.

Das Stück beginnt mit einzelnen Tönen tropfend gesetzt, wie eine schmale aufsteigende Erinnerung, andere gesellen sich hinzu, bunteste Klänge, bis alles zusammenfließt zu einer Melodie, auf- und absteigend, zurückfallend zu Satzfetzen, ein helles Ereignis vielleicht, oder Blitz und Donner, Melodien nebeneinander – Polyphonie eben – gefärbt mit gelassener Empfindsamkeit, Gedanken verebben und dann doch wieder „modern, weil objektiv“.

Das alles wird auf dem neuen Cembalo des Kammerorchesters gepielt, mit seinem hellen silbigen Tönen und Klängen. „Die Programmidee war es, das Instrument, das Cembalo, ein bisschen ins Zentrum zu setzen“, sagte Wilms.

Da war es tatsächlich gut aufgehoben, bespielt erst von Anita Bischoff, dann von Daniel Seel. Was sagten die Zuschauer? Sie klatschen und klatschen, gerieten ein bisschen aus dem Häuschen.

Waltraud Arndt meinte: „Es war wunderbar, ich bin wirklich begeistert.“ Auf das Kammerorchester und Dirigenten sowie Komponisten Bernd Wilms dürfen wir setzen.

 

Mit Mozart gepunktet

 

Das Zweibrücker Kammerorchester in der Alexanderskirche. Foto: Margarete Lehmann